GATS
Das WTO-Dienstleistungsabkommens (GATS) steht in engem Zusammenhang mit der WTO.Die WTO (World Trade Organization) ist eine internationale Organisation mit Sitz in Genf, die sich mit den internationalen Wirtschaftsbeziehungen und den Handel beschäftigt. Sie wurde als Ergebnis langer Verhandlungen im Jahre 1995 gegründet.
Neben der Beratung und Koordinierung der einzelnen Länder und ihrer Wirtschaftsbeziehungen kommt der WTO eine ganz besondere Bedeutung zu, wenn es um die Schlichtung von Streitigkeiten zwischen Ländern geht. Obwohl sie selbst keine juristische Handhabe besitzt, werden die KTS Entscheidungen in den Verfahren in der Regel von den Ländern anerkannt. Dies nicht zuletzt deshalb, weil es der WTO auch möglich ist, Handelssanktionen gegen einzelne Länder verhängen.
Grundsätzlich kommt der WTO damit entscheidende Rolle zu, die Beziehungen zwischen den einzelnen Ländern in Beziehung auf die wirtschaftlichen Fragen zu regeln, zu korrigieren und im Zweifelsfalle auch gesagt Streitigkeiten zu schlichten.De Summen, um die hier geht, sind gigantisch.
Über den Warenhandel hinaus wurde die Tätigkeit der WTO auch auf Dienstleistungen ausgedehnt. Bereits im Jahr 2001 betrug der Wert der exportierten Dienstleistungen rund 1,4 Millionen US-Dollar. Der Trend ist steigend, Schätzungen gehen von einem Anteil von etwa 50 % in 10 Jahren aus.
Um diese Bedeutung gerecht zu werden, wurden Dienstleistungen in einer besonderen Vereinbarung festgehalten, dem GATS (General Agreement on Trade in Services). Im Februar 2000 begannen Verhandlungen zur schrittweisen Liberalisierung der weltweiten Dienstleistungen. Damit sollten ähnlich wie bei Gütern die Hindernisse für einen internationalen Austausch reduziert werden. GATS umfasst einen breiten Bereich der Dienstleistungen, vom Tourismus bis hin zum Finanzbereich. Ausgeschlossen sind lediglich Aufgaben, die im Bereich der staatlichen Dienstleistungen anfallen wie zum Beispiel die Polizei.
Das GATS unterscheidet im Einzelnen vier Erbringungsarten von Dienstleistungen (Modes):
- Mode 1: Dienstleistungen, die mittels technischer Hilfsmittel von einem WTO-Mitgliedsland in ein anderes geliefert werden (grenzüberschreitender Handel), zum Beispiel telefonische Beratung, Übermittlung elektronischer Nachrichten
- Mode 2: Dienstleistungen, die der ausreisende Verbraucher aus dem einen WTO-Mitgliedsland in einem anderen WTO-Mitgliedsland verbraucht (Konsum im Ausland), zum Beispiel Tourismus, Bildung (ausländische Studenten an heimischen Sprachschulen)
- Mode 3: Unternehmerische Präsenz im Ausland (Niederlassungen), zum Beispiel ausländische Niederlassung einer Bank
- Mode 4: Dienstleistungen durch grenzüberschreitenden Verkehr der Dienstleistungserbringer als natürliche Personen (temporäre Arbeitsmigration), zum Beispiel Transfer von firmeninternen Führungskräften
Quelle: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)