GATS und die Weltwirtschaftskrise

Jetzt treffen sie sich wieder in Davos – die Spitzenmanager, Spitzenpolitiker und Spitzenkapitalisten. Genau dieselben Leute, die noch vor wenigen Monaten von Wachstum, Globalisierungschancen, Outsourcing gesprochen und von ihren horrenden Boni und Prämien geträumt haben, stehen jetzt nun hilflos wie Kinder auf der großen Schweizer Bühne.

„Und die Globalisierung frisst ihre Kinder“, so ist das einzige Fazit was zu ziehen übrig bleibt. Bei Champagner, Lachs und Trüffeln lässt sich nun vortrefflich über die Krise der Welt diskutieren. Es erinnert an die Titanic – die letzte Party vor dem Untergang, noch mal kurz relaxen und erholen kurz vorm Sturm. Mancher der Teilnehmer in Davos, dort noch vortrefflich im Luxus badend, wird schon bald sich um die eigene Existenz Gedanken machen müssen. Aber selbst dann wird es ihn immer noch besser gehen, als Millionen von Menschen auf der Welt, die mit einigen Euros im Monat Geld eine große Familie ernähren müssen. Der Verzicht auf einen goßen Luxuswagen mag da im Vergleich doch etwas leichter fallen.

Globale Zusammenarbeit mit als Lösung gefeiert. Die Reform des internationalen Finanzsystems steht im Vordergrund. gigantische Kapitalspritze sollen die maroden Banken stützen. Keiner weiß letztendlich, ob überhaupt eine Rettung des Systems noch möglich ist. Zu groß sind die Beträge, die jetzt in den hohlen Bilanzen fehlen. Ob dies der richtige Weg ist?

Die Ursachen liegen tiefer

In den letzten Jahrzehnten war Globalisierung die Wachstumspille für die weltweite Wirtschaft. Doch schon vor vielen Jahren zeigten sich die ersten Anzeichen, dass dieser Weg nicht der richtige sein kann. Immer mehr Menschen in aller Welt erlitten spürbare Schäden durch Verlusts des Arbeitsplatzes, Vergiftung ihrer Umwelt und in Abstrichen am Sozialsystem. Nur wenige kümmerten sich um diese Probleme. Denn Fernseher, Handys und Autos hielten zwar Einzug in die letzte Baracke im letzten Urwald. Dass der Wald abgeholzt wurde, das Wasser schmutzig und die Fische tot waren, störte daher erstmal niemanden.

Und vor allem störte niemanden, dass die Menschheit weiterhin hungrig alle Ressourcen dieser Erde aufffraß, als ob sie nie enden würden. Genau das Gegenteil ist der Fall. Schon in wenigen Jahren wird das Öl knapp werden, unsere energiefressenden Elektrogeräte werden viel mehr Geld kosten, Rohstoffe werden teurer, und dafür das Essen knapp.

Globalisierung als Ursache für Verschleuderung von Ressourcen

Mit der Zunahme des weltweiten Handels erhielten Menschen Zugang zu Dingen, die sie vorher nie besessen hatten. Und die sie gerne in Empfang nahmen, nutzten, verbrauchten und sich daran gewöhnten. Ein gutes Beispiel ist das Öl. Die billige Verfügbarkeit ließ die Zahl der Autos und Ölheizungen explodieren. Gleichzeitig profitierten die internationalen Konzerne von der immer stärker werdenden Abhängigkeit der Länder vom internationalen Handel, denn sie konnten Rohstoffe billig einkaufen und sie den Industrieländern teuer verkaufen.

Der Kreislauf kommt ins stottern

Doch der Ölpreis war sicherlich einer der Auslöser der heutigen Krise. Auf einmal wurde die Knappheit der Ressourcen sichtbar. Der Luftballon war zu weit aufgeblasen, ein kleiner Stich mit der Nadel reicht aus, um der aufgeblähten Weltwirtschaft in kurzer Zeit die Luft ausgehen zu lassen.

Auf einmal werden die Kernprobleme der Globalisierung sichtbar:

  • die Abhängigkeit fast aller Länder von außen
  • die fehlende Verantwortung für wirtschaftliches Handeln und soziale Strukturen bei Politikern und Konzernen
  • die Überschuldung von Firmen und Staaten durch unnötige Spekulationen
  • die nicht vorhandene Kontrolle internationaler Spekulanten

Warnungen wurden überhört

Dabei ist dies nicht überraschend. Attac – Mitbegründer Giegold warnte schon im Mai 2008 fast genau vor dem jetzt eingetretenen Szenario. „Wir müssen die Menge heißen Kapitals verringern und das ganze System abkühlen. Heißes Kapital erzeugt spekulative Blasen und setzt Regierungen unter Druck, was zum Abbau sozialer und ökologischer Standards führt“ (Quelle: http://www.net-tribune.de/article/290508-114.php) eigentlich ist nichts mehr hinzuzufügen. Sicherlich hat kaum jemand der jetzt in Davos schwätzenden Politiker und Manager damals zugehört.

Stoppt die Globalisierung

Die Weltwirtschaftskrise sollten wir als ernsthaftes Signal nehmen, dass es so nicht weitergehen kann. Mensch, Umwelt und Wirtschaft müssen wieder in ein Gleichgewicht gebracht werden. Verantwortung und soziale Gerechtigkeit lassen sich einfacher in überschaubaren Strukturen lösen, anstelle in einer globalen Abhängigkeit über Tausende von Kilometern.

Ökologisch gesehen ist eine Reduzierung von Transportwegen, die Nutzung lokaler Ressourcen, die Beschränkung unnützer Energieschleudern, die Stärkung traditioneller Wirtschaftsformen und eine wirklich soziale Wirtschaftsforum wesentlich effizienter als das System der unendlichen Globalisierung.

Jetzt ist seit die Fehlentwicklungen der letzten Jahre rückgängig zu machen, die Globalisierung zu stoppen, den Menschen wieder dort Arbeit und Verantwortung zu geben, wo sie leben.