Gesundheit unter GATS: grenzüberschreitende Versorgung (Telemedizin)

Das wichtigste Beispiel für die grenzüberschreitende Versorgung oder den Handel mit Gesundheitsdiensten ist die Telemedizin: die Bereitstellung von medizinischen Dienstleistungen von einem Praktiker in einem Land zu einem Patienten oder einem Praktiker in einem anderen, überwiegend über das Internet oder die Übertragung von medizinischen Bildern über Satellit. Obwohl immer noch in einem frühen Stadium, sind die potenziellen Vorteile der Telemedizin bereits offensichtlich, vor allem für die Ferndiagnose und Behandlung. Basierend auf dem Nachweis ihrer Nutzung in abgelegenen ländlichen Gemeinden, könnte Telemedizin die Kapazitäten der Ärzte in den Entwicklungsländern erweitern.

Damit bestünde die Möglichkeit, das auch in sehr entfernten ländlichen Regionen Spezialisten die Krankheiten und Probleme von Patienten zu analysieren, und mit dem dort anwesenden Helfer die mögliche Therapie zu besprechen und abzuklären. aber auch bei bestimmten chirurgischen Verfahren ist es möglich, dass sich die Chirurgen über die aktuellen Probleme einer bestimmten Operation im Vorfeld oder sogar während des laufenden Verfahrens online austauschen. Damit können Patienten von dem Fachwissen von Spezialisten profitieren. Erfolgreiche Versuche mit diesen Verfahren gab es bereits mit Transplantationen von Herz und Lunge, aber auch einfachen schönheitschirurgischen Verfahren wie Brustimplantate oder die FUE Haartransplantation.

Telemedizin umfasst auch die Fernversorgung der medizinischen Ausbildung. Telekonferenzen wurden bereits in vielen Ländern etabliert, damit die medizinischen Fachkräfte in entlegenen Regionen von den neuesten medizinischen Kenntnissen profitieren können. Internet-Seiten bieten kostenlose Online-Informationen über eine breite Palette von Erwachsenen und Kindern Gesundheitsprobleme – eine wertvolle Ressource für Ärzte schneller und besser als veraltete Sammlungen von medizinischen Zeitschriften. In allen diesen Fällen bietet der Ausbau der grenzüberschreitenden Telemedizinversorgung potenzielle Gewinne für die Gesundheitsversorgung. Allerdings bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Vertraulichkeit der Patienten und der Anwendbarkeit und Relevanz von medizinischen Informationen, die in den Industrieländern zu Situationen in den Entwicklungsländern generiert werden.

Darüber hinaus gibt es das Problem der regulatorischen Kontrolle über Telemedizin, die unkontrollierte Verkauf von verschreibungspflichtigen Medikamenten über das Internet. Die Entschließung konzentrierte sich auf die öffentliche Gesundheit von gefälschten Produkten als echte und auf die unangemessene Verwendung von potenziell gefährlichen Medikamente ohne ärztliche Aufsicht. Telemedizin stellt regulatorische Herausforderungen sowohl auf der Nachfrage als auch auf der Angebotsseite dar. Selbst die modernsten regulatorischen Systeme werden nicht in der Lage zu verhindern, Ärzte oder Kliniken aus der Bestellung von Arzneimitteln über das Internet, die nicht in einem Land die wesentliche Drogenliste enthalten sind. Solche Praktiken könnten diesen Praktikern einen wahrgenommenen kommerziellen Vorteil gegenüber Konkurrenten vermitteln, die innerhalb der Behandlungsrichtlinien bleiben, aber die nationalen Politiken, die die rationelle Verwendung von Arzneimitteln fördern, untergraben würden.

Weltweite Gesundheitswirtschaft im Umbruch

Die Veränderungen durch die globale Weltwirtschaftskrise sind noch gar nicht in ihrem ganzen Umfang zu Tage getreten, schon gibt es die nächsten Krisenherde. Realistisch gesehen gibt es keine Möglichkeit mehr, den globalen Krisen zu entkommen. Allerdings sollte man nicht nur die negativen Seiten – vor allem im Finanzbereich – sehen, sondern sich auch mit den Chancen der weltweiten Wirtschaftskooperation auseinandersetzen.

Ein oft sehr vernachlässigte Aspekt ist dabei der Bereich Gesundheit. Natürlich mag man darüber streiten, denn in der Tat ist die Gesundheit gerade in Entwicklungsländern ein immer noch sehr oft vernachlässigte Punkt. Millionen von Menschen haben nicht genügend zu essen, müssen verseuchtes und verschmutztes Wasser trinken und haben viele Kilometer zu einem oft unbezahlbaren Arzt zurückzulegen. Die moderne Medizin, geschweige denn von Operationen aus puren Eitelkeiten wie plastische Chirurgie zur Schönheitsverbesserung ist diesen Menschen so weit entfernt wie für den Bundesbürger der Mars.

Auf der anderen Seite dagegen gibt es insbesondere in den Schwellenländern eine sehr erfreuliche Entwicklung zu beobachten. Medizinische und Chirurgie -Standards steigen durch den Zufluss an gut ausgebildeten Ärzten, die ihre Heimatländer zurückkehren. Konzentrierte sich die medizinische Forschung in der Vergangenheit nur auf einige wenige Länder (USA, Europa), so sind gerade die asiatischen Ländern im Bereich der Medizin inzwischen sehr aktiv und innovativ. Gut beobachten kann man dies in unserem Bereich Haarausfall, den wir durch unser Forum Haarausfall und Haartransplantation ständig verfolgen. Waren es ursprünglich amerikanische Konzerne, die neue Produkte gegen Haarausfall entwickelten, so hat sich doch hier eine erhebliche Verschiebung ergeben.

Zum einen ist hier die Biotechnologie stark auf dem Vormarsch, dies allerdings in den klassischen Ländern von Europa und USA. Auch deutsche Firmen, wie die Firma Biokyb mit ihrem Konzept gegen Haarausfall, spielen hier mit. Aber schon die führende amerikanische Firma Aderans ist in Wirklichkeit ein japanisches Unternehmen, das global agiert. Verfolgt man die wissenschaftlichen Publikationen, so stellt man fest, dass Länder wie Indien und China hier bereits einen sehr hohen Anteil besitzen. Selbst aus arabischen Ländern gibt es regelmäßig neue Publikationen.

In einem weiteren Bereich haben sich die Schwellenländer bereits fest etabliert. Gerade wenn es um eine Haartransplantation geht, ist heute Deutschland Entwicklungsland, und die innovativen Ärzte sitzen – neben Australien und USA – vor allem in der Türkei und in Indien. In Deutschland gibt es nur wenige Ärzte, die sich mit den neuen Methoden der Haartransplantation überhaupt auseinandersetzen. Daher sieht man auch in der Praxis, dass ein erheblicher Anteil der Betroffenen die Haarverpflanzung im Ausland durchführen lässt. Letztendlich ist eine Eigenhaartransplantation in der Türkei auch deutlich billiger als in Deutschland. Nur Spezialprozeduren wie eine Wimperntransplantation kann nan auch in Berlin durchführen lassen.

Aber kommen wir zurück zu den globalen Aspekt den Haarausfall ist sicherlich kein Thema, was lebenswichtig für die Mehrheit der Menschen ist. Wichtige dagegen ist schon die Entwicklung in der Therapie von AIDS, wo inzwischen preiswerte Therapien in fast allen Entwicklungsländern verfügbar sind. Wir können nur hoffen dass diese positive Aspekt im Bereich der Gesundheit und Medizin einen entsprechenden Fortschritt zeigen wird.

GATS und die Weltwirtschaftskrise

Jetzt treffen sie sich wieder in Davos – die Spitzenmanager, Spitzenpolitiker und Spitzenkapitalisten. Genau dieselben Leute, die noch vor wenigen Monaten von Wachstum, Globalisierungschancen, Outsourcing gesprochen und von ihren horrenden Boni und Prämien geträumt haben, stehen jetzt nun hilflos wie Kinder auf der großen Schweizer Bühne.

„Und die Globalisierung frisst ihre Kinder“, so ist das einzige Fazit was zu ziehen übrig bleibt. Bei Champagner, Lachs und Trüffeln lässt sich nun vortrefflich über die Krise der Welt diskutieren. Es erinnert an die Titanic – die letzte Party vor dem Untergang, noch mal kurz relaxen und erholen kurz vorm Sturm. Mancher der Teilnehmer in Davos, dort noch vortrefflich im Luxus badend, wird schon bald sich um die eigene Existenz Gedanken machen müssen. Aber selbst dann wird es ihn immer noch besser gehen, als Millionen von Menschen auf der Welt, die mit einigen Euros im Monat Geld eine große Familie ernähren müssen. Der Verzicht auf einen goßen Luxuswagen mag da im Vergleich doch etwas leichter fallen.

Globale Zusammenarbeit mit als Lösung gefeiert. Die Reform des internationalen Finanzsystems steht im Vordergrund. gigantische Kapitalspritze sollen die maroden Banken stützen. Keiner weiß letztendlich, ob überhaupt eine Rettung des Systems noch möglich ist. Zu groß sind die Beträge, die jetzt in den hohlen Bilanzen fehlen. Ob dies der richtige Weg ist?

Die Ursachen liegen tiefer

In den letzten Jahrzehnten war Globalisierung die Wachstumspille für die weltweite Wirtschaft. Doch schon vor vielen Jahren zeigten sich die ersten Anzeichen, dass dieser Weg nicht der richtige sein kann. Immer mehr Menschen in aller Welt erlitten spürbare Schäden durch Verlusts des Arbeitsplatzes, Vergiftung ihrer Umwelt und in Abstrichen am Sozialsystem. Nur wenige kümmerten sich um diese Probleme. Denn Fernseher, Handys und Autos hielten zwar Einzug in die letzte Baracke im letzten Urwald. Dass der Wald abgeholzt wurde, das Wasser schmutzig und die Fische tot waren, störte daher erstmal niemanden.

Und vor allem störte niemanden, dass die Menschheit weiterhin hungrig alle Ressourcen dieser Erde aufffraß, als ob sie nie enden würden. Genau das Gegenteil ist der Fall. Schon in wenigen Jahren wird das Öl knapp werden, unsere energiefressenden Elektrogeräte werden viel mehr Geld kosten, Rohstoffe werden teurer, und dafür das Essen knapp.

Globalisierung als Ursache für Verschleuderung von Ressourcen

Mit der Zunahme des weltweiten Handels erhielten Menschen Zugang zu Dingen, die sie vorher nie besessen hatten. Und die sie gerne in Empfang nahmen, nutzten, verbrauchten und sich daran gewöhnten. Ein gutes Beispiel ist das Öl. Die billige Verfügbarkeit ließ die Zahl der Autos und Ölheizungen explodieren. Gleichzeitig profitierten die internationalen Konzerne von der immer stärker werdenden Abhängigkeit der Länder vom internationalen Handel, denn sie konnten Rohstoffe billig einkaufen und sie den Industrieländern teuer verkaufen.

Der Kreislauf kommt ins stottern

Doch der Ölpreis war sicherlich einer der Auslöser der heutigen Krise. Auf einmal wurde die Knappheit der Ressourcen sichtbar. Der Luftballon war zu weit aufgeblasen, ein kleiner Stich mit der Nadel reicht aus, um der aufgeblähten Weltwirtschaft in kurzer Zeit die Luft ausgehen zu lassen.

Auf einmal werden die Kernprobleme der Globalisierung sichtbar:

  • die Abhängigkeit fast aller Länder von außen
  • die fehlende Verantwortung für wirtschaftliches Handeln und soziale Strukturen bei Politikern und Konzernen
  • die Überschuldung von Firmen und Staaten durch unnötige Spekulationen
  • die nicht vorhandene Kontrolle internationaler Spekulanten

Warnungen wurden überhört

Dabei ist dies nicht überraschend. Attac – Mitbegründer Giegold warnte schon im Mai 2008 fast genau vor dem jetzt eingetretenen Szenario. „Wir müssen die Menge heißen Kapitals verringern und das ganze System abkühlen. Heißes Kapital erzeugt spekulative Blasen und setzt Regierungen unter Druck, was zum Abbau sozialer und ökologischer Standards führt“ (Quelle: http://www.net-tribune.de/article/290508-114.php) eigentlich ist nichts mehr hinzuzufügen. Sicherlich hat kaum jemand der jetzt in Davos schwätzenden Politiker und Manager damals zugehört.

Stoppt die Globalisierung

Die Weltwirtschaftskrise sollten wir als ernsthaftes Signal nehmen, dass es so nicht weitergehen kann. Mensch, Umwelt und Wirtschaft müssen wieder in ein Gleichgewicht gebracht werden. Verantwortung und soziale Gerechtigkeit lassen sich einfacher in überschaubaren Strukturen lösen, anstelle in einer globalen Abhängigkeit über Tausende von Kilometern.

Ökologisch gesehen ist eine Reduzierung von Transportwegen, die Nutzung lokaler Ressourcen, die Beschränkung unnützer Energieschleudern, die Stärkung traditioneller Wirtschaftsformen und eine wirklich soziale Wirtschaftsforum wesentlich effizienter als das System der unendlichen Globalisierung.

Jetzt ist seit die Fehlentwicklungen der letzten Jahre rückgängig zu machen, die Globalisierung zu stoppen, den Menschen wieder dort Arbeit und Verantwortung zu geben, wo sie leben.